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Gefährden Schimmelpilze in Innenräumen die Gesundheit ?

Mittwoch, 14. November 2007 | Autor:

Nun ist es wieder soweit. Die Heizperiode hat begonnen und die Zahl der Schimmelschäden in den Wohnungen wird drastisch ansteigen. Die Gründe für einen Schimmelbefall sind vielfältig: unzureichendes Lüften, schlecht gedämmte Bauteile, Konstruktionsfehler, Havarien wie Wassereinbrüche oder Leitungsleckagen, Neubaufeuchte etc.

Die Liste der möglichen Ursachen ist lang und oft kommen mehrere Bedingungen zusammen, die den Schimmelpilzen die notwendigen Wachstumsbedingungen bieten.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um verdeckte Schäden, die zuvor z.B. nur durch ihren unangenehmen Geruch aufgefallen sein können. Es kommt schon mal vor, dass der Fußbodenaufbau einer gesamten Wohnung mit Schimmel befallen ist, ohne dass dies irgendwo an den Wänden oder anderen Stellen zu einem sichtbaren Befall geführt haben muss.

Wann und in welchem Umfang Schimmelpilzanalysen notwendig sind, hängt von der Fragestellung und den vorgefundenen Randbedingungen ab. Gerade wenn gesundheitliche Beschwerden der Grund für Untersuchungen sind, führen mikrobiologische Untersuchungen oft erst zur Entdeckung von Schimmelschäden. Hingegen ist es bei einem sichtbaren Schimmelbefall in der Regel nicht notwendig, die Artenzusammensetzung zu analysieren – hier muss die Ursache ermittelt und abgestellt und dann der Schimmelbefall entfernt werden.

Das Einordnen des räumlichen Schadensausmaßes in Kategorien (gering / mittel / groß) durch den Leitfaden des Umweltbundesamtes oder des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg ist dabei eine Hilfestellung für die weitere Vorgehensweise. Prinzipiell ist die wichtigste Maßnahme bei Schimmelbefall im Innenraum die Ursachenerklärung und die sachgerechte Sanierung.

Wenn hier oder in der Literatur von „Schimmelpilzen“ die Rede ist, dann gehören hier auch folgende Schimmelpilz-Strukturen dazu:

• Sporen und Konidien (Sporenträger)
• Myzel- und Hyphenfragmente („Wurzelgeflecht“)
• Zellbestandteile sowie Stoffwechselprodukte (MVOC) und Toxine von Schimmelpilzen

Aber gefährden Schimmelpilze in Innenräumen denn nun die Gesundheit? Und wie groß oder umfangreich darf ein Schimmelschaden sein, ohne dass die Gesundheit der Bewohner Schaden nimmt?

Leider ist die Beantwortung dieser Fragen sehr schwierig und es Bedarf einer hohen Sachkunde und einer gehörigen Portion Erfahrung, um einen Schimmelschaden vernünftig zu bewerten. Panikmache ist ebenso unangebracht wie das Herunterspielen kleiner sichtbarer Schäden.

Als mögliche gesundheitliche Wirkungen durch Schimmelpilze werden in wissenschaftlichen Fachkreisen diskutiert:

• Sensibilisierungen und Allergien
• Irritative Wirkungen
• Chronische Bronchitis
• Infektionen
• Allergische bronchopulmonale Aspergillose
• Intoxikationen
• Geruchsbelästigungen
• Befindlichkeitsstörungen

Letztendlich ist aus diversen Gründen eine quantitative ( das heißt von der Konzentration abhängige ) Risikoabschätzung durch Messung der Konzentration von Schimmelpilzen in Innenräumen nicht möglich. Gesichert ist, dass vor allem Allergiker, immunsupprimierte Personen (Personen mit einem geschwächten Immunsystem) sowie Personen mit chronischen Atemwegs- und/oder Hauterkrankungen gefährdet sind. Mit anderen Worten: Die gefährdeten Personengruppen sind vor allem Kinder, Alte und Kranke.

Auch wenn oder gerade weil wissenschaftlich bisher nicht exakt bestimmt werden kann, bei welchen Konzentrationen für welchen Personengruppen mit gesundheitlichen Folgen durch Schimmelpilze in Innenräumen zu rechnen ist, gilt unbedingt die Empfehlung in den Leitfäden des Umweltbundesamtes und des LGA Baden Württemberg:

Schimmelpilzbefall in Innenräumen darf zumindest aus Vorsorgegründen nicht toleriert werden.

Da in unseren Innenräumen zudem noch eine Vielzahl an weiteren Schadstoff- und/oder Störquellen zu finden sind, kann aus einem vermuteten Schimmelschäden durchaus auch mal eine Holzschutzmittelsanierung werden. Wichtig sind eine ganzheitliche Betrachtung aller in Frage kommenden Möglichkeiten, das Ziehen der richtigen Schlüsse aus den ermittelten Daten und die daraus resultierende richtige Wahl der Untersuchungsstrategie bzw. der Empfehlungen.
Hierbei wird dann gerne Mittels eines Feuchtemessgerätes der entsprechende Raum untersucht.

Die Baubiologie kann die schwierige Querverbindung zwischen Bauphysik, Schadstoffproblematik und gesundheitlichen Gefahren / Beschwerden herstellen. Unabhängige Berater und Gutachter, die sich auf Schadstoffe in Innenräumen spezialisiert haben, können z.B. über die baubiologischen Verbände / Institute (VDB, VB, IBN) für die jeweilige Region gefunden werden.

Quelle : ARENSA

durch Hinweis www.feng-shui-beratungen-berlin.de

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Thema: Energie, Umwelt

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4 Kommentare

  1. 1
    admin 

    Danke für den Trackback !! .. immer gerne wieder…

  2. Wirklich sehr gut geschriebene Übersicht zum Thema Schimmel in Innenräumen. Meine Erfahrung zeigt leider, dass viele die Gefahren unterschätzen und eine Sachverständigen-Sichtung, die zunächst lediglich soviel wie eine Tankfüllung kostet, scheuen.

  3. 3
    admin 

    Wenn Sie auch mal etwas interessantes hier veröffentlichen wollen, wenden Sie sich einfach per Kontaktformular an uns….

  1. […] diesem Artikel beziehe ich mich auf die Informationen des Wohnbau-Blogs, in dem das Schimmelproblem gerade zu Beginn der Heizperiode thematisiert wird. Viele kennen das […]