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Der Naturgarten in Laufe der Schichte..

Mittwoch, 31. Dezember 2008 | Autor:

Von Gestern bis Heute

Den Naturgarten gibt es praktisch seit dem der Mensch sesshaft geworden ist. Er war über Jahrtausende hinweg einem stetigen Wandel unterzogen. Die Gestaltung, Zusammensetzung und Nutzung wurde auf Grund des Wissens und der Empfindung des Menschen stetig verändert. Es begann beim Anbau von Wildgemüsearten vor ca. 3000 Jahren, über die allmähliche Einbeziehung von Heilkräutern bis hin zur Gestaltung mit Zierpflanzen. Man begann das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden.

Etwas zur Geschichte

Die ersten Naturgärten vor ca. 3000 Jahren waren schlicht und schmucklos gestaltet worden. Es waren reine Nutzflächen, die ausschließlich der Nahrungsproduktion dienten.
Als die Römer in Mitteleuropa eindrangen, brachten sie nicht nur Leid und Elend mit, sondern auch Pflanzen, die für Wohlbefinden sorgten. Sie brachten Nutzpflanzen, wie z.B. Gurken, Kürbis und Kirsche, aber auch Zierpflanzen, wie z.B. Lilie, Rosenarten und südeuropäische Heilkräuter aus ihrer Heimat mit.

Vorbild für den Naturgarten, wie wir ihn auch noch heute kennen, waren aber aller Ansicht nach die Klostergärtner. Mit dem Entstehen christlicher Orden erfolgte allmählich der systematische Anbau von Nutz-, Heil- und Zierpflanzen. Mauern wurden errichtet. Sie dienten dem Schutze vor menschlichen, tierischen, aber auch vor klimatischen Einflüssen, aber auch um den alltäglichen Ablauf im Kloster vor den weltlichen Blicken zu bewahren. Es wurden fein säuberlich Wege angelegt und Beete eingesäumt. Um auf engstem Raum eine hohe Zahl an verschiedenen Kräutern zu erreichen, wurden sie in Grüppchen gepflanzt und sorgfältig und mit viel Hingabe gepflegt. Die Kräuter hatten nicht nur die Aufgabe Speisen zu würzen, sondern man stellte nach und nach fest, dass viele von ihnen Stoffe enthielten (Phytonzide), die auch heilende Wirkungen hatten und einige sogar schädigende Insekten ( Insektenschutz ) fern hielten.

Bis zum heutigen Jahrhundert erfuhr der traditionelle Naturgarten mehrere positive aber auch negative Veränderungen. Zum Beispiel verschwanden nach dem 30jährigem Krieg viele Zier- und Heilpflanzen aus den Gärten. Fläche wurde für den Anbau von Grundnahrungsmittel unterzogen. Den wenigsten Menschen, die in dieser Zeit ihr Dasein fristeten, stand der Sinn nach Schönheit und Harmonie wohl gepflegter blühender Gärten. Es ging in dieser Zeit um’s nackte Überleben.
Der wohlhabende Adel der Renaissance wiederum griff Gestaltungselemente der Bauerngärten auf. Sie verwendeten diese für ihre Gärten und Parkanlagen unter Mithilfe ihrer Gärtner. Die Gärtner verwendeten z. T. Nutzpflanzen als Zierpflanzen (z.B. Heilkräuter) und es gelang ihnen auch bei den Nutzpflanzen eine Veränderung durch Veredelung. Auch durch eine Auslese von veränderten Nutzpflanzen, die durch eine natürliche Mutation oder Kreuzung entstand, gelang es ihnen, den Garten zu bereichern.

Mit beginnendem Industriezeitalter im 19. Jh. zeichnete sich ein erneuter Umbruch ab. Ganze Familien zogen vom Land in die Stadt, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Städte wuchsen rasch heran und es entstanden Kleingarten-Kolonien.

In den 20ern des 20. Jh. hielten Gartenzwerge Einzug. Immer mehr ökologisch hochwertige Flächen, wozu auch die Gartenflächen zählten, mit seltenen Pflanzenarten und -gesellschaften, wurden versiegelt. In den 30ern und 40ern gipfelte das Ganze auch noch in der Forderung der Nazis aus, nur noch „DEUTSCHE PFLANZEN IN DEUTSCHEN GÄRTEN“ zu verwenden. Zum Glück wusste kaum jemand so recht, die vorkommenden Pflanzen in deutsch oder nicht deutsch einzuordnen. In den 50ern und 60ern, während des Wirtschaftswunders, wurden Siedlungen aus den Boden gestampft.

Einheitsgärten entstanden. „Pflegeleichte“, immer grüne Koniferen, abgewinkelte Rosenbeete, eingefasste gerade Wege und sauber geschorene Rasenflächen prägten das Gartenbild. Auch immer stärkere wurden Pestizide zum Einsatz gebracht, um immer höhere Erträge zu erzielen. Lediglich in rein ländlichen Gegenden hatten die alten Naturgärten weiterhin ihren Platz. Anfang der 70er, als die Wissenschaft immer stärker Umweltschäden zu erkennen vermochte, kam in Teilen der Bevölkerung ein neues Umweltbewußtsein auf. Man wollte wieder „Zurück zur Natur“. Heimische Gehölze und Blumenwiesen waren in den Hausgärten angesagt.

Es wäre sicher naiv zu glauben, mit der Anlage eines Naturgartens den Naturhaushalt wieder völlig ins Gleichgewicht zu bringen. Leider ist meistens die Fläche der Gärten zu klein, der Einsatz von chemisch hergestellten Reinigungs-, Spritz- und Düngemittel zu groß und die stetige Flächenversiegelung zu rasch um dies zu erreichen.

Dennoch stellt der Naturgarten eine ökologische Nische dar und hat eine Trittsteinwirkung für viele Tier- und Pflanzenarten bzw. -gesellschaften.

Er hat einen sehr hohen Erholungswert für den Menschen, denn er wirkt beruhigen auf die Seele, was in unserem Zeitalter des Stress sehr wichtig ist.

In der heutige Zeit wird auch immer wieder gerne auf die Planung eines Feng Shui Gartens hingearbeitet. Hierbei werden die asiatischen Lehren in die europäische Welt eingebracht und verbinden so die einzelnen Stilelemente miteinander.

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Thema: Allgemein, Umwelt

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