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Bundesverband für Angewandte Thermografie : Vorsicht bei Thermografieaktionen !

Donnerstag, 25. Juni 2009 | Autor:

Thermografieaktionen sind oft bedenklich und der Endkunde wird in den überwiegenden Fällen „nicht umfassend und zum Teil falsch informiert“, auch wenn der Preis meist sehr niedrig für einige Infrarot Außenaufnahmen eines Einfamilienhauses liegt. Dieser geringe Preis kann sich nur rechnen, wenn pro Nacht mehrere Gebäude, welche örtlich nahe beieinander liegen untersucht werden. Um seriöse Infrarotuntersuchungen durchführen zu können ist es weiterhin unmöglich, eine langfristige Terminplanung vorzunehmen. Eine thermografische Untersuchung eines Gebäudes ist nur möglich, wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz von mindestens 15K (z.B. 20°C Innentemperatur und +5°C Außentemperatur oder niedriger) vorhanden ist. Auch wenn durch Sonneneinstrahlung die Häuserwand am Tage erwärmt wurde, kann frühestens 12 Stunden nach Sonnenuntergang eine thermografische Messung erfolgen. Auch Windeinfluss macht thermografische Untersuchungen unbrauchbar.

In der Regel werden bei den Thermografieaktionen nur Außenaufnahmen der Gebäude angeboten. Außenaufnahmen von Gebäuden sind sehr plakativ und auch in Fachzeitungen als Blickfang oft zu finden. Viele thermische Schwachstellen an Häusern können aus dem Außenbereich jedoch gar nicht erkannt werden. Dächer haben eine erhöhte Abstrahlung und durch den meist spitzen Aufnahmewinkel im Dachbereich, spiegelt sich im Regelfall die kalte Atmosphäre wider. Das Dach erscheint im Infrarotbild bedeutend kälter als es in Wirklichkeit ist. Auch das Problem der Schimmelbildung und /oder Taupunktunterschreitung in Zimmerecken oder Geschossdeckeneinbindungen kann mit Außenaufnahmen nicht erkannt und somit nicht untersucht werden. Undichte Dachbereiche und Bodenluken sind nur von innen zu erkennen. Alle Gebäude mit einer hinterlüfteten Fassade müssen zwangsläufig aus dem Innenbereich untersucht werden. Eine Außenthermografie zeigt hier keinerlei Wärmebrücken. Der Hausbesitzer wiegt sich bei nur Außenuntersuchungen möglicherweise in Sicherheit, obwohl das Gebäude gravierende bautechnische Mängel aufweist. Werden nur Außenaufnahmen für scheinbar billiges Geld angeboten, ohne den Hauseigentümer von den Nachteilen der unvollständigen Messung zu informieren, so ist dies unseriös. Für eine seriöse Gebäudeuntersuchung sind mindestens 2 Stunden vor Ort zu veranschlagen. Die Auswertung im Büro dauert dann nochmals 6- 8 Stunden.

Auf der Webseite des Bundesverbandes unter www.vath.de finden Sie die Richtlinien zur Bauthermografie. Auf der Seite Mitglieder sind die Qualitätsstandards, die notwendigen Kameratechniken und die benötigten Zertifizierungen erläutert. Nach der DIN EN 473 gibt es 3 Zertifizierungsstufen. Personen, welche Infrarotmessungen ohne Aufsicht durchführen, müssen nach der Stufe 2 zertifiziert sein. Hier finden Sie auch Stellungnahmen des Österreichischen und Schweizer Thermografieverbandes zu diesem Thema.

Da die einfachen Infrarot- Kameras seit einiger Zeit für relativ wenig Geld zu erwerben sind, wird der Markt mit dieser Technik überschwemmt. Eine gute Infrarot- Kamera ist nach wie vor sehr kostenintensiv. Gepaart mit leider zum Teil wenig Sachverstand der Bediener kann dies sehr gefährlich sein und verärgert bzw. verunsichert die Endverbraucher.

Quelle : vath.de durch Hinweis www.thermografie4you.de

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Thema: Thermografie

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