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Schädlinge wie Blattläuse, Schnecken Roten Spinne ohne chemische Waffen bekämpfen

Mittwoch, 31. Dezember 2008 | Autor:

Pflanzenschädlinge und Krankheiten

Wenn man Krankheiten und schädigende Insekten in seinem den durch den Gartenbau gestalteten Garten fern halten und bekämpfen möchte, muss dies nicht unbedingt mit der chemischen Keule (chemisch-synthetisch hergestellte Kontaktgifte) passieren!

Vielmehr kann man durch integrierten Pflanzenschutz eine gezielte und auch sehr wirkungsvolle Bekämpfung durchführen!

Integrierter Pflanzenschutz heißt: „Mit biologischen Möglichkeiten einen Schädlingsbefall unterhalb der wirtschaftlichen Schadensschwelle halten.“

Obwohl die wirtschaftliche Schadensschwelle im Hausgarten wesentlich höher liegt als im gewerblichen Bio-Anbau, sollte überlegt werden, ob bodenbiologisch und toxikologisch bedenkliche, oder biologisch unbedenkliche Pflanzenschutzmittel angewendet werden.

Blattläuse

Um Blattläuse z. B. an Rosen los zu werden, setzt man 1 kg frische Brennnessel mit 10 l kaltem Wasser (max. 20°C und min. 8°C), 12 Stunden an und spritzt diesen Kaltwasserauszug unverdünnt auf Blätter und Triebe. Dies wird dann je nach Befall
wiederholt.

Dir Brennnessel ist eine Zeigerpflanze. Sie wächst dort, wo viel Nährstoffe im Boden sind , vor allem Stickstoff. Das ist sehr oft an Bachläufen und Gräben der Fall. Wenn man sie trocknen möchte, dann sollte man sie kurz vor der Blühte sammeln und an einem trockenen und gut durchlüfteten Ort aufhängen. Nie die Pflanzen in der direkten Sonne oder im Backofen trocknen! Das zerstört die Zellstrukturen und die notwendigen Stoffe gehen verloren!

Blattläuse und die rote Spinne

Zur Stärkung der Planzen, sowie gegen Blattläuse und der Roten Spinne ( auch Spinnmilbe genannt ) kann man gärender Brennnesseljauche mit Schachtelhalmbrühe versetzt, vor der Blatt- und Blütenbildung auf die Triebe und Blätter der Planzen, mit Wasser verdünnt (Mischungsverhältnis hierbei am besten 1:50) spritzen. Dabei ist das Mischungsverhältniss von 1 l gärende Brennnesseljauche zu 0,5 l Schachtelhalmbrühe zu beachten.

Der Ackerschachtelhalm, umgangssprachlich auch Zinnkraut genannt, hat einen hohen Gehalt an Kieselsäure. Daher wächst er gut auf feuchten, lehmigen Sandböden und im Frühjahr erscheint ein bräunlicher unverzweigter Spross der dann seine Sporen aussendent. Danach stirbt dieser Spross ab und es wachsen die grünen verzweigten Triebe, die bis zu ca. 10 bis 15 cm hoch werden können.

Diese kann man von Mai bis in den August hinein sammeln und trocknen, oder auch sofort frisch verwenden.

Beim ansetzen von Schachtelhalmpräparaten ist darauf zu achten, dass diese nicht in Metallgefässen, auf Grund des hohen Kieselsäuregehaltes, angesetzt werden.

Schnecken

Bei den Schnecken ist zu beachten, um welche Art es sich dabei handelt, die man bekämpfen will. Der „Grossen Wegschnecke“ (Arion ater) kann man auf Grund ihrer Größe (bis zu 15 cm) und ihres Generationswechsels (eine Generation pro Jahr) leichter nachzustellen als ihre kleineren Artgenossen, die „Gartenschnecke“ (Arion hortensis). Diese Schneckenart verträgt auch niedrigere Temperaturen gut und kann dadurch vom Herbst bis in den Frühling hinein ihrer Eier ablegen und sich dadurch massenhafter vermehren. Reduzierend kann man bei beiden Arten eingreifen, in dem man sie durch ausgelegte Köder (Gurken- und Kartoffelstücken, angefaulte Tomaten, angefeuchtete Weizenkleie u.a.) und großen Blättern, sowie ausgelegten Brettern anlockt und sie dort einsammelt und tötet. Dies sollte außerhalb der anzulegenden und schon angelegten Beete und in den Morgen- und Abendstunden, bzw. bei bedecktem Himmel und Regen passieren. In dieser Zeit hat man die größten Erfolge. Gleichzeitig sollte man ihre natürlichen Feinde fördern.

Natürliche Feinde sind:

Igel (Erinaceus europaeus), Spitzmaus (Crocidura spec.) verschiedene Vogelarten, Reptilien wie Blindschleiche (Anguis fragilis), Amphibien wie Erdkröte (Bufo
bufo), die Larve vom Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula), Weberknecht (Phalangium opilio), Schwarzer Schneckenkäfer (Phosphuga atrata) u.a.m.

Jauche und Brühe

Eine gärende Jauche wird so hergestellt, in dem man frische oder getrocknete Kräuter (z.B. Brennnessel) ca. 4 Tage lang an der Sonne in Regenwasser einweicht und diese dann durch ein Sieb gießt. Diese so gewonnene Flüssigkeit kann dann mit Wasser verdünnt und/oder mit anderen Flüssigkeiten gemischt und gegen die jeweiligen Schadinsekten angewendet werden.
Eine Brühe stellt man her, in dem man getrocknete oder frische Kräuter (z.B. Schachtelhalm) 24 Stunden lang einweicht, dies bei geringer Hitze 20 Minuten lang kochen und zum Schluss zugedeckt abkühlen lässt.

Quelle : Th. Schüler

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Thema: Umwelt

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Ein Kommentar

  1. 1
    Sarah 

    Hallo ich hab ein passendes Interview zum Thema gefunden, das Interview ist mit einem Experten zur Schädlingsbekämpfung: http://www.kmu-interview.de/aabs-schaedlingsbekaempfung-in-mannheim/

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