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Eine Wärmepumpe – lohnt sich das ?

Montag, 1. Juni 2009 | Autor:

In Zeiten hoher Energiepreise denken immer mehr Bauherren darüber nach, welches Heizsystem für Ihre Zwecke das geeignete System ist. Dabei kommt man schnell auf eine Wärmepumpe. Diese Systeme nutzen Wärme aus der Umwelt, um diese unter Aufwendung zusätzlicher Energie (meistens elektrischer Strom) als Heizwärme zu verwenden. Dabei wird nur ein relativ kleiner Anteil der benötigten Heizenergie in Form von elektrischem Strom zugeführt, als Faustformel kann man von ca. 30 % ausgehen. Die Kosten einer Wärmepumpe sind im Betrieb dadurch deutlich geringer als für andere Heizsysteme. Kritiker führen als Argumente gegen die Wärmepumpe oft an, dass die Herstellungskosten zu hoch sind und sich nicht oder nur langsam amortisieren.

Um sich dieser Materie zu nähern, sollen die Kosten für eine Wärmepumpe anhand eines im Internet veröffentlichten Kostenbeispiels betrachtet werden. Die Informationen dazu stammen von der Seite Kosten einer Wärmepumpe – Erfahrungsbericht.

Auf der angegebenen Seite wird ein Beispiel für eine Anlage mit einer zu beheizenden Grundfläche von ca.260 m² beschrieben. Verwendet wurde eine Wärmepumpe mit 4 vertikalen Wärmesonden. Die Mehrkosten dieser Anlage im Vergleich mit einer Gas-Brennwerttherme wird mit ca. 10.000 € angegeben. Diese Mehrkosten bestehen hauptsächlich aus:

1. den Herstellungskosten für die vertikalen Erdsonden,

2. dem dichteren Verlegen der Fussbodenheizung wegen der geringeren Vorlauftemperatur und

3. dem etwas höheren Preis für das Wärmepumpengrundgerät.

Zumindest die Positionen 1 und 2 sind Investitionen in sehr langlebige Technik. Für Position 3 gibt es bisher nicht genügend Erfahrungswerte, wie langlebig diese Geräte sind. Es ist aber durchaus davon auszugehen, dass diese Geräte mindestens ebenso lange halten wie eine Gasbrennwerttherme.

Im Gegenzug zu diesen höheren Anschaffungskosten erhält man dann die wesentlich geringeren
Betriebskosten. Auf der gleichen Seite wie oben angegeben, findet man auch Angaben zu den Betriebskosten für eine solche Anlage sowie eine Schätzung für die Betriebskosten einer gleichwertigen Gasbrennwerttherme. Basierend auf diesen Daten stehen den Anschaffungsmehrkosten von 10.000 € jährliche Einsparungen von ca. 1.100 € entgegen. Da diese Schätzung aus dem Jahr 2005 stammt und die Gaspreise seitdem meistens gestiegen sind, dürfte die tatsächlich eingesparte Summe noch höher sein. Wie der Autor der zitierten Seite ausführt, entstehen die niedrigen Betriebskosten auch dadurch, dass ein günstigerer Wärmepumpentarif für den Betriebsstrom genutzt wird. In diesem Tarif hat der Betriebsstrom in den Jahren 2007 und 2008 ca. 11,4 Cent/KWh gekostet. Kritiker argumentieren hier, dass diese Tarife nur Lockangebote der Energieanbieter sind und über kurz oder lang abgeschafft werden. Selbst wenn dem so sein sollte, würden auch nach heute üblichen Tarifen (z.B. Flexstrom) und dem angegebenen Bedarf von ca. 6.000 KWh/a Betriebskosten in Höhe von ca. 1.000 € anfallen. Also würde man selbst in diesem Falle noch ca. 800 € sparen, wobei auch noch davon auszugehen ist, dass auch die Gaspreise gestiegen sind und die Schätzung von 1.800 €/a für eine Gasbrennwerttherme aus dem Jahr 2005 stammt.

Fazit: Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe liegen deutlich über denen einer Gasbrennwerttherme.

Bauherren die extrem knapp kalkulieren und schon die normalen Kosten beim Hausbau kaum schultern können, könnten diese Mehrkosten den Rahmen des Machbaren sprengen. Sofern aber Mehrkosten von ca.10.000 € finanzierbar sind, ist eine Wärmepumpe eine absolut lohnende Alternative und eine gute Investition in die Zukunft.

Ein Tipp nebenbei … Auch ein Strom Preisvergleich kann sich lohnen.

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Thema: Energie

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