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Erdwärmebohrung oder Flächenkollektor … was ist sinnvoller ?

Donnerstag, 24. Februar 2011 | Autor:

Hat man sich einmal entschieden eine Erdwärmeheizung in sein Haus einzubauen, hat man auch schon die Qual der Wahl zwischen den Wärmequellen. Üblich sind hier die Erdwärmebohrung mit eingebauten Erdwärmesonden (vertikal eingebaut) und die sogenannten Flächenkollektoren (horizontal eingebaut). Für den Laien sind die Vor- und Nachteile kaum zu überschauen. Deshalb sollen in diesem Artikel einige Argumente diskutiert werden, die eine Entscheidung erleichtern können.

Flächenkollektor

Um einen Flächenkollektor herzustellen werden Rohre waagerecht auf dem Grundstück verlegt. Dabei liegen mehrere Rohre im Abstand von ca. 80cm nebeneinander. Der Kollektor wird knapp unter der örtlichen Frostgrenze verlegt, meistens bei ca. 1,20m. Um ein Haus ohne Zuheizen mit anderen Medien zu beheizen, braucht man ungefähr das doppelte der zu beheizenden Wohnfläche für den Kollektor (Faustformel, kann je nach Haustyp, örtlichen Gegebenheiten, etc abweichen). Die verlegten Rohre werden über einen Verteiler an die Wärmepumpe angeschlossen und dann mit einem Trägermedium durchströmt, welches die Wärme aus dem Erdboden aufnimmt. Die Wärmepumpe entzieht dem Trägermedium die Wärme und macht diese für das Beheizen des Wohnhauses nutzbar.

Kosten:

Als Richtwert kann man hier ca. 250 – 450 Euro inkl. MwSt. je kW Heizleistung ausgehen. [Quelle: http://www.geothermiebohrer.de/ueberuns1.html]

Vorteile:

Der größte Vorteil des Flächenkollektors ist der deutlich geringere Preis. Auch die Tatsache das man bei der Herstellung durch eigene Arbeit einiges sparen kann, ist durchaus für viele Menschen ein Argument für den Flächenkollektor.

Nachteile:

Für einen Flächenkollektor braucht man eine relativ große Fläche in seinem Garten, die nur eingeschränkt genutzt werden kann. So dürfen diese Flächen zum Beispiel nicht überbaut oder mit tiefwurzelnden Pflanzen bepflanzt werden.

Erdwärmebohrung

Bei der Erdwärmebohrung (auch Tiefenbohrung) werden die Rohre senkrecht in den Boden eingebaut (Erdwärmesonden). Diese bilden dabei eine U-Schleife. Die Bohrtiefe beträgt in Deutschland meistens 50-100m. Reicht eine Bohrung nicht aus, um die nötige Energie bereitzustellen, werden mehrere Bohrungen im Abstand von mindestens 5m hergestellt. Die eingebauten Sonden werden an einen Verteiler angeschlossen und dieser mit der Wärmepumpe verbunden. Wie beim Flächenkollektor werden auch die Erdsonden vom Trägermedium durchströmt und die Wärmepumpe entzieht dem Trägermedium die Wärme. Das abgekühlte Trägermedium wird wieder in die Erdsonden geleitet und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Kosten:

Als Richtwert kann man hier von ca. 650 – 1.250 Euro inkl. MwSt. je kW Heizleistung ausgehen. [Quelle: http://www.geothermiebohrer.de/ueberuns1.html]

Vorteile:

Die wesentlichen Vorteile der Erdwärmebohrung sind der geringe Platzbedarf sowie die völlig beliebige Nutzung der Fläche über der Erdwärmebohrung. Diese Fläche kann versiegelt oder sogar überbaut werden, ohne die Effizienz der Wärmequelle zu beeinflussen.
Nachteile: Der Hauptnachteil liegt in dem vergleichsweise hohen Preis für die Herstellung der Erdwärmebohrungen.

Fazit:

Eine klare Empfehlung kann es hier nicht geben. Vieles hängt davon ab, welche Grundstücksfläche man zur Verfügung hat, welche Nutzung des Grundstücks gewünscht ist und ganz wesentlich auch von den finanziellen Möglichkeiten. Auf kleinen Grundstücken wird einem oft nur die Erdwärmebohrung bleiben, weil der vorhandene Garten nicht ausreicht. Verfügt man über ein ausreichend großes Grundstück, entscheidet meist der Geldbeutel und die gewünschte Nutzung über die Art der Wärmequelle.

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Thema: Energie

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